![]() |
Zucker |
|---|
Man kann Zucker durch Dehydrierung aus Polyalkoholen gewinnen. Wenn man eine endständige OH- Gruppe dehydriert erhält man eine Aldose (Aldehydgruppe) sonst eine Ketose (Carbonylgruppe). Aldosen und Ketosen mit gleicher Kohlenstoffanzahl sind Konstitutionsisomere d.h sie haben die gleiche Summenformel, aber die Atome sind untereinander anders verknüpft.
![]() |
![]() |
| Ketose: D-(-)-Fructose C6H12O6 | Aldose: D-(+)-Glucose C6H12O6 |
![]() |
![]() |
| (Aldo)triose: D-(-)-Ribose | (Aldo)hexose: D-(+)-Glucose |
Die kettenförmigen Zucker bilden meist Ringe wodurch man sie weiter in die alpha-Form und beta-Form, sowie in die Pyranose- und Furanoseform unterteilen kann. (siehe Halbacetal)
Durch die vielen Hydroxylgruppen sind die meisten Zucker gut wasserlöslich und haben einen relativ hohen Schmelzpunkt (nahe der Zersetzungstemperatur). Ihre Süßigkeit verdanken sie ebenfalls dieser Gruppe. Zucker nennt man in der Fachsprache Saccharide.
Man unterscheidet zwischen:
| Monosacchariden | (Einfachzucker) (z.B. Glucose, Fructose) |
| Disacchariden | (Doppelzucker) (z.B. Saccharose, Maltose) (siehe Vollacetal) |
| Oligosacchariden | (Zucker besteht aus 3-16 Molekülen) |
| Polysacchariden | (Vielfachzucker, bestehend aus bis zu mehreren tausend Zuckermolekülen) (z.B. Stärke, Zellulose) |
Schädlichkeit des Zuckers
Halbacetal
Es bildet sich aus einer Aldehydgruppe und einer alkoholischen Gruppe unter Anwesenheit
von Protonen (saure Lösung).

Bei den Monosacchariden geschieht dies intramolekular d.h. das Molekül liegt dann ringförmig vor.
Die Cyclisierung verläuft bei Ketosen nach einem ähnlichen Mechanismus.
Glucose in Kettenform wird zur beta-Glucopyranose

Bei neutral bis alkalischer Lösung kann dieser Ring wieder zur Kettenform aufgehen.
(Mutarotation)
Ringe in denen 5 Atome (Kohlenstoff+Sauerstoff) im Ring sind nennt man Furanosen (z.B. Fructose),
Ringe mit 6 Atomen im Ring Pyranosen. (in Anlehnung an das Furan bzw. Pyran)
Durch den induktiven Effekt des Sauerstoffatoms im Ring ist die "benachbarteste" OH-Gruppe (glycosidische Guppe) am reaktivsten. Diese Gruppe kann ober- oder unterhalb des Rings stehen (Harworth-Projektion). Steht sie oberhalb liegt das Molekül in der beta-Form, sonst in der alpha-Form vor (die zwei Formen sind anomer zueinander).
Die beta-Form ist bei Glucose die stabilere, da hier alle OH-Gruppen möglichst weit voneinander entfernt sind. (keine sterische Hinderung) Die Atome im Ring können sich auch noch sessel (stabilere bei Glucose)- oder wannenförmig anordnen.
Vollacetal
Ein Vollacetal bildet sich aus einer glycosidischen OH-Gruppe (Halbacetal) und aus einer
alkoholischen OH-Gruppe oder aus einer zweiten glycosidischen Gruppe. Der gebildete Stoff heißt Glycosid.
Bei Zuckern unterscheidet man Disaccharide vom:
| a. | Hier reagieren zwei ringförmige Monosacchariden mit ihren beiden glycosidischen Gruppen miteinander. Da nun die glycosidischen Gruppen blockiert sind, kann keiner der zwei Ringe wieder aufgehen. Daher wirken diese Zucker weder reduzierend (Nachweise) noch zeigen sie die Mutarotation. Bei der Bennung werden die beiden Monosaccharidreste alphabetisch geordnet. |
Trehalose: zwei alpha-Glucosen sind (1-1) glycosidisch verknüpft |
| b. | Hier reagiert eine glycosidische Gruppe mit einer alkoholischen OH-Gruppe. Dadurch ist die glycosidische Gruppe am Zuckerteil aktiv und der Ring kann wieder aufgehen. Zucker diesen Typs wirken reduzierend und zeigen die Mutarotation. Bei der Bennung wird der glycosidische Teil zuerst genannt. |
Maltose: zwei alpha-Glucosen sind (1-4) glycosidisch verknüpft |
Die Harworth-Projektion dient zur Darstellung von ringförmigen Zucker, wobei das Sauerstoffatom im Ring rechts hinten steht. Die OH-Gruppen, die in der Fischer-Projektion links stehen, zeigen hier nach oben.
Nachweise
Glucose kann mit einem GOD (Enzym Glucooxidase) Teststreifen nachgewiesen werden. Das gelbe
Testfeld verfärbt sich bei Glucose grün.
Mit der Silberspiegelreaktion (Tollens) und dem Fehling-Reagenz nutzt man die reduzierende
Wirkung der Aldehydgruppe aus. Das Schiffs-Reagenz (fuchsinschweflige Säure) ist zwar auch
ein Nachweis für Aldehydgruppen, da es aber in saurem Millieu abläuft schliest sich die Kette
zum Ring und es existiert keine freie, reduzierend wirkende CHO-Gruppe mehr.
Fructose bildet mit salzsaurer Resorcinlösung einen roten Farbstoff. Selenitionen werden von
Fructose zu rotem Selen reduziert (Seliwanov).
Obwohl Fructose keine Aldehydgruppe besitzt zeigt sie mit dem Fehlingreagenz eine positive
Reaktion, da in alkalischer Lösung ein Teil der Fructose über ein Endiol in Glucose umgewandelt
wird.
Übersicht verschiedener Zucker
Glucose (Traubenzucker, Dextrose)
beta-D-(+)-Glucopyranose
Fructose (Fruchtzucker, Lävulose) liegt in fester Form als 6er Ring vor, in Lösung und in Verbindungen
als 5er Ring.
beta-D-(-)-Fructofuranose (als Ring) in der Harworth-Projektion dargestellt
Maltose (Malzzucker) besteht aus zwei Glucoseeinheiten, die alpha (1-4) verknüpft,
sind und sie ist der Grundbaustein der
Stärke (bzw. Amylose, Amylopektin). Die Pflanzen speichern die aus der Photosynthese gewonnene
Glucose in Form von Stärkekörnern ein. Beim Tier wird die Glucose in Form von Glycogen
eingespeichert.
alpha-D-Glucopyranosyl-(1-4)-D-Glucopyranose
Cellobiose besteht aus zwei Glucoseeinheiten beta (1-4) verknüpft, ist der Grundbaustein der Zellulose.
Saccharose (Rohrzucker, Haushaltszucker) alpha-Glucose ist mit beta-Fructose (1-2) glycosidisch
verknüpft.
beta-D-Fructofuranosyl-(2-1)-alpha-D-Glucosid
Rohrzuckerinversion: Eine Saccharoselösung dreht nach rechts, nach der Spaltung des Moleküls (Säurehydrolyse)
dreht die Lösung nach links. Glucose und Fructose liegen zu je 50% vor, wobei Fructose stärker
linksdrehend ist als Glucose rechtsdrehend.
Schädlichkeit des Zuckers (meist Saccharose)
Zucker (im Tabak) wird auch dafür verantwortlich gemacht Krebs auszulösen -die Lunge wird
dadurch regelrecht karamelisiert. So haben englische Männer die höchste Lungenkrebsrate auf der Welt,
da ihre Zigaretten den höchsten Zuckergehalt von 17% aufweisen. Die Franzosen rauchen zwar 70% mehr, jedoch
ist ihre Lungenkrebsrate ein Dritteln niedriger; ihre Zigaretten haben einen Zuckeranteil von nur 2%.
In Ländern (Rußland, China) in denen der Tabak nur luftgetrocknet wird und wo kein Zucker extra zugesetzt wird, findet
man bisher keinen Zusammenhang zwischen Lungenkrebs und dem Rauchen!
Im Pfeifentabak befindet sich am meisten Zucker (40%), was unter anderem auch den Geruch ausmacht.
Das Zucker auch Karies verursacht weiß mittlerweile jeder, aber man hält sich durch Zuckerkonsum
auch eine Pilzzucht im Magen und Darm was durch Gasentwicklung zu einem Blähbauch führen kann.
Der Pilz Candida albicans kann sogar Zucker in Fusel (Methylalkohol) umwandeln. Dieser ist giftig
und führt zu einer erhöhten Leberbelastung. Auch wird Zucker eigentlich in der Leber gespeichert, so
daß diese dann wie ein Ballon anschwillt. Er zieht uns auch das Kalzium aus dem Knochen und Zähnen
und auch noch andere Mineralien. Außerdem fördert er Allergien und Vitaminmangel (B1) was zu
Leistungsschwäche und Müdigkeit führen kann.
Natülich treten diese Effekte nur bei übermäßigem Zuckerkonsum
und nicht ausgewogener Ernährung auf.
Laut der Zuckerverarbeitungsbetriebe sind diese Bedenken selbstverständlich aus der Luft gegriffen.
![]() |